Fleisch & Fisch

Thunfisch fürs Baby: warum Quecksilber zur Zurückhaltung rät

Thunfisch ist beliebt und praktisch – als großer Raubfisch reichert er allerdings mehr Quecksilber an als kleinere Fische. Für Babys gilt deshalb Zurückhaltung: nur selten und in kleinen Mengen. Wir zeigen, worauf es bei Thunfisch ankommt, warum das Quecksilber das Thema ist und welche Fische die bessere Wahl sind.

Thunfisch und Alternativen wie Lachs babygerecht auf einem Teller

Eine Dose Thunfisch ist schnell geöffnet und landet bei vielen regelmäßig auf dem Teller – kein Wunder, dass die Frage aufkommt, ob das Baby mitessen darf. Bei Thunfisch lohnt sich aber ein genauerer Blick, denn anders als bei vielen anderen Fischen rät hier ein bestimmter Inhaltsstoff zur Zurückhaltung: das Quecksilber.

Warum Thunfisch ein Sonderfall ist

Fisch ist grundsätzlich wertvoll in der Beikost, doch Thunfisch nimmt eine Sonderrolle ein. Der Grund liegt in der Nahrungskette: Thunfisch ist ein großer Raubfisch, der andere Fische frisst und im Laufe seines langen Lebens das Schwermetall Quecksilber im Muskelfleisch anreichert. Je größer und älter ein Raubfisch, desto mehr Quecksilber sammelt sich an. Dieses Methylquecksilber kann in größeren Mengen die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen – und gerade ein Baby ist klein, wächst schnell und reagiert empfindlicher als ein Erwachsener. Deshalb raten Fachgesellschaften, große Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch oder Hai für Babys und Kleinkinder nur selten und in kleinen Mengen anzubieten. Das ist kein striktes Verbot, aber ein guter Grund, Thunfisch nicht zum regelmäßigen Beikost-Fisch zu machen, wie auch der Überblick unter Fisch in der Beikost zeigt.

Welche Fische besser passen

Die gute Nachricht: Du musst nicht auf die wertvollen Nährstoffe des Fisches verzichten, sondern wählst einfach die quecksilberärmeren Sorten. Besonders empfehlenswert ist fettreicher Seefisch wie Lachs, der reichlich langkettiges Omega-3 für Gehirn und Augen liefert und zugleich deutlich weniger belastet ist als Thunfisch. Auch Forelle, Hering und Makrele sind gute, quecksilberärmere Wahl. Diese Fische kannst du regelmäßig in den Speiseplan einbauen und so die wertvollen Fette, das Eiweiß und das Jod nutzen, die Fisch mitbringt. Thunfisch bleibt dagegen die seltene Ausnahme. Greifst du doch einmal zur Dose, dann zu Thunfisch im eigenen Saft ohne Salzlake und nur in einer kleinen Menge, gut zerdrückt und mit Gemüse gemischt.

Worauf du sonst achtest

Bietest du Thunfisch ausnahmsweise an, gelten dieselben Sicherheitsregeln wie bei jedem Fisch. Gare frischen Thunfisch vollständig durch, denn roher oder nur kurz angebratener Fisch gehört nicht in die Beikost. Verzichte auf Salz und auf stark gesalzene oder marinierte Konserven. Taste den Fisch sorgfältig nach Gräten ab, da diese eine Erstickungsgefahr darstellen, und zerteile ihn in weiche, mundgerechte Stücke oder zerdrücke ihn. Wie bei jedem neuen Fisch führst du auch Thunfisch wie andere Allergene einzeln ein und beobachtest die Reaktion. Wegen des Quecksilbers bleibt die wichtigste Regel aber: lieber selten und wenig, und für den Alltag die quecksilberärmeren Fische bevorzugen. Bleib während des Essens in der Nähe.

Fazit

Thunfisch ist für Babys kein striktes Tabu, aber ein Sonderfall: Als großer Raubfisch reichert er mehr Quecksilber an als kleinere Fische, weshalb er nur selten und in kleinen Mengen auf den Teller sollte. Für die regelmäßige Beikost eignen sich quecksilberärmere Fische wie Lachs, Forelle oder Makrele deutlich besser, die ebenso wertvolles Omega-3 liefern. Greifst du doch zu Thunfisch, dann zu ungesalzener Konserve im eigenen Saft, gut durchgegart und entgrätet. So nutzt du die Vorteile von Fisch, ohne dein Baby unnötig zu belasten.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Ernährung deines Babys wende dich an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt.

Häufige Fragen

Darf ein Baby Thunfisch essen?

Thunfisch ist nicht streng verboten, sollte für Babys aber nur selten und in kleinen Mengen auf den Teller. Als großer Raubfisch reichert er im Laufe seines Lebens mehr Quecksilber an als kleinere Fische. Für die regelmäßige Beikost eignen sich quecksilberärmere Fische wie Lachs oder Forelle deutlich besser.

Warum ist zu viel Thunfisch für Babys problematisch?

Thunfisch steht als großer Raubfisch am Ende der Nahrungskette und nimmt über seine Beute Quecksilber auf, das sich im Muskelfleisch anreichert. Quecksilber kann in größeren Mengen die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigen. Da Babys klein und empfindlich sind, gilt für sie besondere Zurückhaltung bei stark belasteten Fischen.

Welcher Fisch ist statt Thunfisch besser für Babys?

Besser geeignet sind quecksilberarme Fische, vor allem fettreicher Seefisch wie Lachs, dazu Forelle, Hering oder Makrele, die wertvolles Omega-3 liefern und weniger belastet sind. Diese Fische kannst du regelmäßig anbieten – gut durchgegart und sorgfältig entgrätet. Thunfisch bleibt dagegen die Ausnahme.